Das Naturparadies Isla Holbox

Strände, Tierwelt und einzigartige Ökosysteme

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Die Isla Holbox ist weit mehr als nur ein Urlaubsort – sie ist ein lebendiges Ökosystem und das Herzstück des geschützten Naturschutzgebiets Yum Balam. Die autofreie Insel liegt im Norden der Halbinsel Yucatán zwischen dem Golf von Mexiko und der Karibik und ist ein wahres Naturparadies. Mit ihren endlosen Sandstränden, Mangroven und Lagunen bietet sie einen Rückzugsort für eine bemerkenswerte Artenvielfalt – von pinken Flamingos über majestätische Walhaie bis hin zu seltenen Tierarten.

Als Teil unseres umfassenden Porträts über die Insel Holbox nehmen wir dich hier mit auf eine Reise durch ihre faszinierende Flora und Fauna. Zudem geben wir dir praktische Tipps, wie du sie auf eigene Faust oder bei von uns empfohlenen Holbox Touren erkunden kannst.

Strände und Küstenlandschaft auf Isla Holbox

Die Isla Holbox besteht überwiegend aus feinem, hellen Muschelsand. Durch die wechselnden klimatischen Bedingungen und die Gezeiten hat sich der genaue Küstenverlauf der Insel immer wieder leicht geändert und tut es auch heute noch. Um der Erosion des Strandes entgegenzuwirken, wurden in einigen Bereichen bereits vor Jahren Säcke aus Beton zu Barrikaden formiert, die sich von den Stränden aus ins Meer erstrecken und dafür sorgen, dass der Sand nicht weggeschwemmt wird. Das sieht zwar nicht besonders schön aus, erfüllt aber seinen Zweck.

Betonsäcke im Wasser zum Schutz vor Erosion auf Isla Holbox.
Notwendiger Küstenschutz: Diese Barrieren bewahren den feinen Sandstrand vor der Erosion.

Die gesamte Nordseite der Insel Holbox ist ein über 30 Kilometer langer, zusammenhängender Sandstrand namens Playa Holbox, der sich nach Westen neigt, weshalb man hier spektakuläre Sonnenuntergänge erleben kann. Der zentrale Strandabschnitt nahe dem Ort wird Playa Grande genannt. Das Meer schimmert hier je nach Lichteinfall von smaragdgrün bis türkis.

Das Wasser ist sehr flach abfallend weshalb man schon einige Meter weit ins Meer gehen muss, um schwimmen zu können. Algen und Seegras treten vor allem nach einem Gewitter oder heftigen Sturm auf. Die meisten Strandhotels und Beachclubs entfernen sie aber regelmäßig, sodass dem Badespaß nichts im Weg steht. Die Anschwemmung großer Mengen an Sargassum (Braunalgen), wie es häufig an der Riviera Maya von Cancún bis weit nach Tulum vorkommt, gibt es auf Holbox zum Glück nicht, da die Insel aufgrund ihrer Lage weitgehend davor geschützt ist.

Im Osten der Insel, etwa 300 Meter nach dem letzten Hotel Las Nubes, wird der Strand von einer unbegehbaren Lagune des Feuchtgebiets Río Kuka unterbrochen. Allerdings befindet sich parallel zum Strand eine begehbare Sandbank, über die man weiter zur Punta Mosquito gelangt.

Luftaufnahme der Lagune Rio Kuka mit Sandbänken und Mangroven.
Das unberührte Feuchtgebiet Rio Kuka im Osten der Insel.

In Richtung Westen kommt man zur Punta Cocos, einer ruhigen Bucht, die gerne von den Einheimischen zum Fischen genutzt wird.

Alter bunter Leuchtturm am weißen Sandstrand von Holbox.
Der alte Leuchtturm markiert den Weg in Richtung Westen zur Punta Cocos.

Bei Ebbe schafft man es quer durch die Bucht noch ein bisschen weiter, aber spätestens 300 Meter danach ist der Weg in der Punta Ciricote endgültig zu Ende. Dort ist der tropische Dschungel bis an die Küste herangewachsen und man sieht nur noch hinüber zur kleinen, unbewohnten Insel Isla de la Pasión.

Strandabschnitt Punta Cocos mit Pavillon und flachem Wasser.
Die ruhige Bucht der Punta Cocos – ideal für Entspannung und Biolumineszenz.

Dschungel, Mangroven und Feuchtgebiete

Der südliche und zentrale Teil der Insel ist ein niedriger Tropenurwald, mit Dornensträuchern und kleinwüchsigen Bäumen bewachsen, und von Pfützen, Dümpeln und Lagunen durchzogen. Hier befinden sich die Mangroven, die sich an den wechselnden Wasserstand zur Regen- und Trockenzeit sowie an Ebbe und Flut angepasst haben. Sie sind ein sensibles Ökosystem, wichtig für den Küstenschutz und dienen zahlreichen Tierarten als Brut- und Nistplatz.

Dichter Mangrovenwald mit Wurzeln und Wasserpfützen.
Mangroven sind die grüne Lunge der Insel und ein wichtiger Brutplatz.

Insider-Tipp: Wenn du vorhast, diesen Dschungel näher zu erkunden, zum Beispiel bei einer geführten Kajak-Tour, dann empfiehlt sich ein guter Mückenschutz. Denn hier wirst du von Moskitos regelrecht attackiert!

Ausgewaschene Baumstämme im flachen Wasser auf Isla Holbox.
Skulpturen der Natur: Verwitterte Mangrovenstämme an der Westküste.

Am nördlichen Strand wachsen für die Karibik typischen Kokospalmen. Diese sind übrigens nicht natürlichen Ursprungs, sondern wurden im Zuge der touristischen Entwicklung von den Hotels gepflanzt.

Infotafel zum Schutzgebiet für Flora und Fauna Yum Balam auf Holbox.
Die Insel ist Teil des Biosphärenreservats Yum Balam – bitte beachte die Schutzregeln!

Vogelwelt auf Isla Holbox: Flamingos, Pelikane und Reiher

Isla Holbox ist ein wahres Paradies für Vögel und Vogelbeobachter. Auf der Insel wurden sage und schreibe über 350 verschiedene Vogelarten gesichtet. Die bekanntesten unter ihnen sieht man tagtäglich am Strand:

  • Pelikane, die im Tiefflug über das Wasser gleiten und sich spektakulär auf ihre Beute stürzen.
  • Möwen, die sich laut kreischend um Fische streiten.
  • Weiße Reiher, die unbeeindruckt am Strand herumstreifen oder von den Palapa-Dächern herabblicken.
  • Fregattvögel und Kormorane, die hoch über dem Strand kreisen.

Besonders faszinierend sind die Flamingos, die leider sehr scheu sind und deshalb nur aus der Distanz zu sehen sind. Sie halten sich bevorzugt in den seichten Gewässern der Sandbänke bei der Punta Mosquito oder in der Punta Cocos auf, um dort nach Muscheln und anderem Meeresgetier herumzustochern.

Ein Highlight für Naturfreunde ist ein Ausflug zur Isla Pájaros, denn auf dieser kleinen geschützten Insel nisten etwa 140 Vogelarten, die man von einem kleinen Aussichtsturm aus nächster Nähe beobachten kann.

Unser Tipp: Wenn du besonderes Interesse an der Vogelbeobachtung hast, empfehlen wir dir eine geführte Tour mit ortskundigen Guides.

Meeresbewohner: Walhaie, Delfine, Rochen und Schildkröten

Die Isla Holbox ist weltweit für die Walhai-Saison bekannt, die von Ende Mai bis Mitte September dauert. Dann ziehen hunderte Walhaie rund um die Insel und durchkämmen das Wasser nach Plankton. Um die riesigen, aber harmlosen Fische dabei zu beobachten oder sogar mit ihnen zu schwimmen, werden streng regulierte Walhai-Touren angeboten.

Damit sie auch immer wieder in ihren natürlichen Lebensraum zurückkommen, ist die Anzahl der Ausflugsboote und Personen limitiert. Touren dürfen nur mit lizenzierten Booten von geschulten und zertifizierten Guides durchgeführt werden und jeder Teilnehmer muss ein offizielles Armbändchen tragen. Das ist auch gut so, denn die Walhaie gelten als stark gefährdete Art und stehen auf der Roten Liste der IUCN.

Bei den Fahrten am offenen Meer begegnet man zudem häufig verspielten Delfinen oder majestätischen Mantarochen, die ebenfalls das Plankton aus dem Wasser sieben. Auch Meeresschildkröten, wie die Unechte Karettschildkröte (Loggerhead) sind in der Walhai-Saison rund um Holbox anzutreffen.

Gefährliche Haiarten gibt es in Strandnähe rund um Holbox übrigens nicht, da sie tiefere Gewässer bevorzugen. Nur in Cabo Catoche kann man mit etwas Glück beim Schnorcheln am Riff einen trägen Ammenhai über den Meeresgrund gleiten sehen.

Biolumineszenz – Magisches Leuchten bei Nacht

Ein besonders magisches Naturphänomen auf Holbox ist die Biolumineszenz. Sie wird von bestimmten Mikroorganismen des Planktons, den sogenannten Dinoflagellaten, erzeugt. Diese beginnen zu leuchten, wenn sie bewegt werden. Das von ihnen ausgehende bläuliche Licht ist sehr schwach und nur bei Nacht rund um Neumond und passenden Wetterbedingungen gut zu sehen. Die besten Plätze für dieses faszinierende Schauspiel befinden sich in der Punta Cocos und nahe der Punta Mosquito.

Tipp: Am intensivsten lässt sich das Leuchten in der Nacht bei einer geführten Biolumineszenz-Tour mit dem Kajak erleben.

Reptilien und Urzeittiere: Pfeilschwanzkrebse, Leguane und Krokodile

Beim Spazieren am Strand von Holbox stößt man gelegentlich auf verlassene Skelette oder lebende Exemplare von Pfeilschwanzkrebsen, die seit Millionen von Jahren nahezu unverändert existieren. Ihr Name rührt vom stachelartigen Schwanz her und sie zählen zu den gefährdeten Tierarten. Diese Urzeitkrebse kommen im Frühsommer in Strandnähe, um sich im seichten Wasser zu paaren.

Panzer eines urzeitlichen Pfeilschwanzkrebses am Strand.
Ein lebendes Fossil: Der Panzer eines Pfeilschwanzkrebses im Sand.

Die Tiere sind harmlos, jedoch solltest du im Flachwasser aufpassen, dass du nicht versehentlich auf einen steigst, da sie sich gerne im Sand eingraben. Ein Tritt auf den Stachel kann sehr schmerzhaft sein – wie wir selbst aus leidvoller Erfahrung wissen!

In der Lagune und abgelegenen Stellen der Insel leben vereinzelt Krokodile. Diese halten sich von Menschen fern, sodass man sie normalerweise nicht zu Gesicht bekommt und auch keine Angst vor ihnen haben muss. Wenn du eine geführte Kajak-Tour durch die Mangroven unternimmst, kannst du mit etwas Glück vielleicht eines aus der Ferne erspähen. Auch in der Nähe der Cenote Yalahau, die bei der 3-Insel-Tour auf dem Programm steht, haben sich Krokodile angesiedelt, die man manchmal aus sicherer Distanz zu sehen bekommt.

Die scheinbar lethargischen Schwarzleguane sind überall auf der Insel Holbox verbreitet. Meistens sieht man sie auf großen Steinen oder im Dickicht in der Sonne sitzen. Sie sind zwar von Natur aus scheu, aber hier an die Menschen gewöhnt. Lass sie lieber in Ruhe und komm ihnen besser nicht zu nahe.

Ein Leguan sonnt sich auf Holzästen auf der Insel Holbox.
Die Schwarzleguane der Insel sind zwar scheu, aber oft beim Sonnenbaden zu sehen.

Hunde, Katzen und Waschbären auf Holbox

Isla Holbox gilt generell als sehr tierfreundlich. Hunde dürfen mit auf die Fähre und sind in vielen Unterkünften erlaubt, müssen jedoch im Freien an der Leine gehalten werden. Tierliebhaber können auch jederzeit im örtlichen Tierheim Refugio Animal vorbeischauen und einen Hund zum Spaziergehen ausführen. Das wird sehr häufig genutzt und ist für alle ein Gewinn.

Katzen sind in Holbox eher selten anzutreffen, außer im Refugio Animal, wo etwa 20 Tiere leben. Diese freuen sich natürlich ebenso über einen Besuch für Streicheleinheiten, Leckerlis und Spenden aller Art.

Sogar Waschbären gibt es auf Isla Holbox. Sie sind streifen morgens und abends in Gruppen durch den Ort oder am Strand herum. Obwohl sie kaum Scheu vor Menschen zeigen und zutraulich aussehen, solltest du dennoch auf Abstand bleiben und sie nicht füttern. Waschbären sind und bleiben Wildtiere, die aggressiv werden und Krankheiten übertragen können, weshalb sie auch nicht ins Tierheim gehören.

Drei Waschbären am Strand von Holbox.
Die Waschbären auf Holbox sind neugierig, sollten aber nicht gefüttert werden.

Fazit: Natur erleben und respektvoll entdecken

Die Natur der Isla Holbox ist vielfältig, sensibel und einzigartig. Ob bei Strandspaziergängen, Vogelbeobachtungen, Walhai-Touren oder nächtlicher Biolumineszenz – wer sich respektvoll verhält und geführte Angebote nutzt, kann diese außergewöhnliche Insel intensiv erleben und gleichzeitig zu ihrem Schutz beitragen.

Häufige Fragen zur Natur auf Isla Holbox (FAQ)

Im Gegensatz zur Riviera Maya (von Cancún bis Tulum) bleibt die Isla Holbox aufgrund ihrer geografischen Lage an der Nordküste Yucatáns weitgehend von großen Sargassum-Anschwemmungen verschont. Zwar können nach Stürmen herkömmliches Seegras oder lokale Algen auftreten, doch die für die Karibik typischen Braunalgen-Teppiche findet man hier normalerweise nicht.

Flamingos können das ganze Jahr über auf Holbox beobachtet werden. Die höchste Konzentration findet man jedoch in den Monaten April bis Oktober. Die besten Orte für Sichtungen sind die Sandbänke bei Punta Mosquito und die flachen Gewässer der Punta Cocos. Bitte bewahre stets ausreichend Abstand, um die scheuen Tiere nicht beim Fressen zu stören.

Die offizielle Walhai-Saison auf Isla Holbox beginnt Ende Mai und geht bis Mitte September. In dieser Zeit kommen die sanften Riesen in die planktonreichen Gewässer rund um die Insel. Da der Schutz der Tiere oberste Priorität hat, ist ein Besuch nur im Rahmen einer lizenzierten Tour möglich.

Das Wasser direkt am Hauptstrand ist sehr flach und oft durch aufgewirbelten Sand etwas trüber. Wer farbenfrohe Fische und Korallen sehen möchte, sollte eine Tour zum Riff von Cabo Catoche buchen. Dort bietet das Meer eine deutlich bessere Sichtweite und eine reiche Unterwasserwelt, in der man oft Rochen und Ammenhaie entdecken kann.

Biolumineszenz ist ein magisches Meeresleuchten, das durch Mikroorganismen (Plankton) bei Bewegung erzeugt wird. Auf Holbox ist dieses Phänomen am besten in niederschlagsfreien Neumond-Nächten zu sehen, wenn die Lichtverschmutzung minimal ist. Die besten Orte dafür sind die dunklen Strandabschnitte der Punta Cocos.